Chronische Krankheiten, vor allem die sogenannten „Mystery Illnesses“, stellen Ärzte und Betroffene immer wieder vor große Rätsel. Die Ursachen dieser Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis, Morbus Basedow, Hashimoto, Restless Legs Syndrom, Fibromyalgie, Chronische Müdigkeit und anderen sind noch nahezu unbekannt, und dementsprechend wissen Schulmediziner oft nicht, wo sie mit der Behandlung ansetzen sollen. Gleichzeitig verbreiten sich diese Krankheiten geradezu explosionsartig in der Bevölkerung, wobei die Ausprägung der Symptome interessanterweise sehr unterschiedlich ist. Es gibt Menschen mit der Diagnose „Hashimoto“, die fast nicht mehr aus dem Bett aufstehen können, und solche, die fast symptomfrei sind und nur ab und zu leichte Befindlichkeitsstörungen haben. Aber warum ist das so?
Krankheit und seelische Ursachen
Seit einigen Jahren beobachte ich, dass Menschen mit solchen Diagnosen verstärkt in meine Praxis kommen, auf der Suche nach Antworten und Heilungsmöglichkeiten, die im seelischen Bereich stattfinden. Oft sind dies Personen, die schon viele körperbezogene Methoden ausprobiert oder die sogar eine Odyssee von Ärzten und Behandlungen hinter sich haben. Manche konnten eine kurz- oder mittelfristige Linderung ihrer Symptome erreichen, aber bei einigen sind die Symptome wiedergekommen, und diese Menschen haben das Gefühl, noch nicht wirklich die tiefere Ursache ihrer Erkrankung gefunden zu haben und noch nicht die Antworten bekommen zu haben, die sie suchen.
Natürlich kann man Symptome auf der Symptomebene behandeln – die Frage ist, ob das eine dauerhafte Lösung ist, oder ob sich das seelische Thema, das oft hinter einem Körpersymptom steht, dann nicht einen anderen Weg sucht und sich an einem anderen Körperteil oder auf andere Art und Weise manifestiert.
Chronische Krankheiten ganzheitlich betrachtet
Manchmal höre ich von Menschen, dass sie schon viel in ihrem Leben geändert haben, beispielsweise haben sie ihre Ernährung umgestellt, angefangen Sport zu machen und mehr auf sich zu achten. Das sind alles notwendige Schritte, um Heilungsprozesse einzuleiten, aber oft fehlt die Einbeziehung der tieferen seelischen Ursachen. Ich erkläre es immer gerne so: unverarbeitete Traumata, die die Ursache vieler Chronischer Krankheiten sind, liegen auf einer sehr tiefen Ebene im Unterbewusstsein – sagen wir mal, auf Ebene 9. Ernährungsumstellung greift vielleicht bis Ebene 4, Gesprächstherapie bis Ebene 3, Yoga bis Ebene 5, TCM oder Ayurveda bis Ebene 6, aber die seelische Wunde, die dem körperlichen Geschehen zugrunde liegt, befindet sich eben auf Ebene 9 – und erst, wenn wir mit einer geeigneten Methode auf dieser tiefen Ebene arbeiten, können wir die Wunde bearbeiten und lösen. Dann transformieren sich meistens die darüber liegenden Ebenen mit, wenn man sie entsprechend unterstützt.
Die Ebenen eines menschlichen Systems – die mentale, die emotionale, die somatische und die spirituelle Ebene – stehen dauernd in Wechselwirkung miteinander. Aus der Psychoneuroimmunologie wissen wir, dass wir keinen Gedanken denken können, ohne dass sofort Zellkommunikation in Form von Ausschüttung von Hormonen und Neurotransmittern stattfindet, und ebenso können wir keine Emotion fühlen, ohne dass unser Körper ebenfalls reagiert. Wir bekommen Herzklopfen oder Bauchkrämpfe bei Angst, Kopfschmerzen bei Anspannung, ein Gefühl von Weite im Brustkorb, wenn wir glücklich sind, und wir weinen salzige und Stresshormone beinhaltende Tränen, wenn wir traurig sind.
Chronischer Stress und Immunsystem
Das alles sind natürliche Vorgänge, mit denen der Körper immer wieder ein Gleichgewicht, die sogenannte Homöostase, herstellt. Dazu ist die Voraussetzung, dass die M-E-S-Ebenen (mental, emotional, somatisch) selber so gesund und stabil sind, dass der Körper sie immer wieder in Balance bringen kann. Wenn dies aber nicht der Fall ist, zum Beispiel dadurch, dass ein Mensch ein bestimmtes unverarbeitetes Trauma immer wieder unterdrückt, so braucht er viel Energie für diese Unterdrückung auf der E-Ebene, die dem Immunsystem auf der S-Ebene dann nicht für seine normale Immuntätigkeit zur Verfügung steht. Unterdrückung bedeutet Spannung im System, und auf der Ebene der Zellkommunikation bedeutet es ein erhöhtes Niveau von Adrenalin und Cortisol. Wir wissen inzwischen, dass ein dauerhaft erhöhtes Niveau dieser sogenannten Stresshormone zur Folge hat, dass die Tätigkeit des Immunsystems heruntergefahren wird. Der Körper befindet sich im Fight-/Flight-Modus. Das hat in früheren Zeiten durchaus Sinn gemacht, wenn wir in lebensbedrohlichen Situationen waren, wo wir alle Kräfte mobilisieren mussten, um uns zu verteidigen.
Nachdem wir das erfolgreich getan hatten – vielleicht gegen ein wildes Tier oder einen menschlichen Angreifer – normalisierte sich die Hormonlage im Körper innerhalb von Stunden wieder. Jetzt aber leben wir in einer anderen Umgebung, nur unsere Überlebensprogramme sind immer noch die von damals. Das heißt, wenn jemand ein schwieriges Gespräch mit seinem Chef hat, der die Kündigung androht, fährt das System des Betroffenen genauso hoch, als würde ein Braunbär vor ihm stehen. Die Nebennieren geben mit einer hohen Dosis Adrenalin und Cortisol das Signal für „Fight oder Flight“, aber die Situation ist eine völlig andere. Weder kann der Betroffene einen Speer auspacken und seinen Chef einfach erdolchen, noch kann er einfach die Flucht ergreifen. Wenn aber beides nicht möglich ist, gerät der Körper in den sogenannten „Freeze-Zustand“. Das ist eine Art Schock oder Mini-Schock, in dem alle natürlichen Impulse quasi eingefroren werden. Das bedeutet, die emotionale Energie und damit auch die Stresshormone können nicht auf natürliche Art und Weise abfließen, so dass das Körpersystem wieder in den Zustand der Homöostase kommt, sondern sie werden im Körper gespeichert – vielleicht in der Leber, vielleicht in der Milz, vielleicht in der Schilddrüse, in der Lunge oder anderen Atemwegsorganen. Diese werden dann anfällig für Krankheiten.
Fallbeispiel: Chronische Bronchitis
Ich will dies an zwei Beispielen verdeutlichen: als Gerhart in meine Praxis kam, litt er bereits seit zehn Jahren an Chronischer Bronchitis. In jedem Winter verschlimmerte sich seine Symptomatik so sehr, dass er Angst hatte zu sterben. Er hatte schon viele schulmedizinische und alternativmedizinische Methoden ausprobiert, die jeweils kurz- oder mittelfristige Linderung gebracht hatten, aber das Symptom war immer wieder gekommen. Außerdem war er abhängig von Nasenspray.
Im Vorgespräch erfuhr ich, dass er ein ungewolltes Kind war und von seiner Mutter extrem abgelehnt wurde. Ich schlug ihm vor, die pränatale Phase zu bearbeiten, und er war einverstanden. Wir fanden in der Rückführung heraus, dass seine Mutter mehrmals versucht hatte ihn abzutreiben, indem sie Seifenwasser in ihren Unterleib spritzte. Dieses Seifenwasser verursachte Todesangst in dem Embryo, und außerdem ein Gefühl zu ersticken – dieselben Symptome, die er jetzt auch wieder hat. Ich ließ ihn die Todesangst spüren und die Energie des Seifenwassers aus seinem System externalisieren. Er sagte danach: „Dieses Seifenwasser ist genauso wie der Schleim in meinen Bronchien.“
Am nächsten Tag bearbeiteten wir ein vergangenes Leben, in dem er in einem Feuer verbrannte. Sein letztes Körpergefühl war Husten und Ersticken – genau wie im jetzigen Leben, wenn seine Bronchitis schlimm wird.
Als er nach sechs Monaten wieder in meine Praxis kam, ging es ihm deutlich besser. Er berichtete von einer deutlichen Verbesserung seiner Symptome, die Todesangst war verschwunden, und er hatte zum ersten Mal seit zehn Jahren das Nasenspray absetzen können.
Fallbeispiel: Schilddrüsenknoten und emotionale Hintergründe
Marie-Luise kam in meine Praxis mit einem deutlich sichtbaren Knoten an der Schilddrüse, der als gutartig diagnostiziert worden war. Die Ärzte hatten ihr aber trotzdem zu einer Operation geraten. Sie wollte jedoch zuerst auf der seelischen Ebene arbeiten, bevor sie ihrem Körper einen solchen Eingriff zumuten würde.
Im Erstgespräch fand ich heraus, dass sie in ihrer Kindheit in einer vergifteten Atmosphäre aufgewachsen war und viel emotionales Gift „geschluckt“ hatte, das energetisch noch in ihrem Hals steckte. In der nächsten Sitzung bearbeiteten wir ein Kindheitstrauma. In der Rückführung schrie und weinte sie viel.
Nach vier Wochen kam sie wieder und zeigte mir ihren Hals. Der Knoten war nicht mehr sichtbar und für sie nicht mehr spürbar. Sie erzählte, dass in den Tagen nach unserer Sitzung viele Gefühle hochgekommen seien – vor allem Trauer, Wut und Schmerz – und dass sie viel geweint habe. Gleichzeitig habe sie von Tag zu Tag gespürt, wie sich in ihrem Hals etwas veränderte.
Karma als Disposition des Immunsystems
Karma ist also – in diesem Kontext betrachtet – im Grunde genommen nichts anderes als eine mitgebrachte Disposition unseres Immunsystems zur Ausprägung bestimmter Krankheiten, wenn mehrere Trigger zusammenkommen – wie auslösende Lebensereignisse, schlechte Ernährung, dauerhafter Stress oder andere Belastungen. Das Gute ist, dass wir, wenn wir dieses multikausale Modell zugrunde legen und auf mehreren Ebenen Veränderungen vornehmen, neue Chancen für Stabilisierung und innere Balance schaffen können.
Wichtiger Hinweis
Die hier dargestellten Inhalte dienen der Information und der Darstellung meiner therapeutischen Perspektive. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Bei körperlichen oder psychischen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine entsprechend qualifizierte Fachperson. Reinkarnationstherapie versteht sich als begleitender Ansatz zur Bewusstseinsarbeit und persönlichen Entwicklung.




